Eine vom motorisierten Verkehr abgetrennte, breite, durchgehende und attraktive Veloführung. Das bietet die Gemeinde Carouge auf der Route de Veyrier. Die Achse, welche zuvor vollständig dem motorisierten Verkehr gewidmet war, wurde dafür radikal umgestaltet.
Die Velos werden hinter der Bushaltestelle hindurchgeführt. (Foto: Laurent Dutheil)
Die Gemeinde Carouge setzte die Planungsgrundsätze des Veloweggesetzes – sicher, direkt, durchgehend, homogen und attraktiv –konsequent um. Als zentrale Achse für den motorisierten Individualverkehr und den Veloverkehr verbindet die Route de Veyrier das Genfer Stadtzentrum und seine Agglomeration mit dem Zentrum von Carouge. Zuvor fehlte jegliche Infrastruktur für Velofahrende. Sie mussten sich den Strassenraum mit dem motorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr teilen und zugleich auf parkierte Autos am Fahrbahnrand achten. Seit 2021 können sie sich nun deutlich sicherer und entspannter fortbewegen: Die umfassende Neugestaltung der Strasse priorisiert die aktive Mobilität sowie den öffentlichen Verkehr und setzt gleichzeitig einen starken Akzent auf Begrünung. Die Veloführung ist zudem in die Umgestaltung der Kreuzung mit der Avenue Cardinal-Mermillod und der Rue de la Fontenette integriert. Aufstellbereiche für das Velo, sowie eine durchgehende Anbindung an den Veloweg entlang der Route de Veyrier sorgen für eine klare Orientierung und kontinuierliche Führung.
Auf beiden Seiten der Fahrbahn stehen den Velofahrenden 2,30 m zur Verfügung: 1,80 m Veloweg plus 0,50 m Sicherheitsabstand zu den Parkplätzen. Diese bleiben entlang der Fahrbahn bestehen und werden durch Veloabstellplätze ergänzt. So entsteht eine klare Trennung zwischen der Veloinfrastruktur und dem motorisierten Verkehr. Begrünungselemente gliedern die Parkierungsbereiche. Entlang der Route de Veyrier konnten dadurch 80 neue Bäume gepflanzt werden. Die Anlage ist darauf ausgelegt, Konflikte mit Nutzenden des öffentlichen Verkehrs zu vermeiden. Velofahrende umfahren die Bushaltestellen auf der Rückseite, wo der Veloweg zusätzlich auf 1,50 m verengt ist, um Überholmanöver unter Velofahrenden zu verhindern. Niedrig gehaltene Bepflanzung verbessert die Sichtbeziehungen. Die Velowege befinden sich zudem auf einem mittleren Niveau und sind mit abgeschrägten Randsteinen von den Fussverkehrsströmen getrennt. Diese Abgrenzungen weisen die Flächen eindeutig zu und erhöhen die Sicherheit für sehbehinderte Personen. Auch die Haltekanten des ÖV wurden rollstuhlgerecht erhöht. Die Tempolimite für den motorisierten Verkehr ist 50 km/h. Der motorisierte Verkehr teilt sich die Fahrbahn mit dem öffentlichen Verkehr.
Die Gemeinde Carouge hat mit dieser Umgestaltung eine ambitionierte, inklusive, begrünte und für alle angenehme Strasseninfrastruktur umgesetzt.
Umgestaltung der Route de Veyrier mit Veloabstellplätzen und Begrünung zur Trennung des Veloverkehrs vom motorisierten Verkehr (Foto: Laurent Dutheil)
Haltestellenumfahrung mit niedriger Bepflanzung, damit die Sichtbarkeit gewährleistet bleibt (Foto: Laurent Dutheil)
Querschnitt der Raumaufteilung an einer Busshaltestelle. (Quelle: Atelier ADR)
Situationsplan der umgestalteten Strassenachse (Plan: Atelier ADR)
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