Die Umgestaltung der Sihltalstrasse ist eine gelungene neue Aufteilung eines bestehenden Strassenraumes zugunsten des Veloverkehrs und der Klimaanpassung. Zwischen Sihlbrugg Station und dem Kreisel Sihlbrugg entstand eine neue, durchgehend sichere Veloverbindung.
Der 3km lange Radweg startet mit einer Querungshilfe in der Nähe des Kreisels Sihlbrugg. (Foto: Tiefbauamt Kanton Zürich)
Wie können die Velofahrenden entlang von Hauptstrassen sicher geführt werden? Der Kanton Zürich macht es vor: Zwischen Sihlbrugg Station und dem Kreisel Sihlbrugg wurde 2024 – 2025 ein durchgehender, abgetrennter Radweg erstellt.
Auf dem rund drei Kilometer langen Abschnitt mit einer signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h bestanden damals sehr schmale Radstreifen und auch das Trottoir war gerade etwa 2 m breit. Velofahrende wurden mit hohen Geschwindigkeiten überholt; so bestand ein unsicheres Umfeld für Velofahrende sowie für zu Fuss Gehende. Zudem befand sich der Fahrbahnbelag in einem schadhaften Zustand und musste abschnittsweise vollständig ersetzt werden.
Diese Gelegenheit wurde genutzt, um im Rahmen der Sanierung die Flächen neu aufzuteilen. Grundlage dafür war das deutlich reduzierte Verkehrsaufkommen seit der Eröffnung des Uetlibergtunnels und der A4. Der durchschnittliche Werktagsverkehr liegt heute bei unter 6000 Fahrzeugen, rund zwei Drittel weniger als früher. Dadurch wurde es möglich, die Fahrbahn zu verschmälern und flussseitig einen neuen, baulich abgetrennten Rad- und Gehweg zu realisieren. Durch die Redimensionierung der Fahrspuren für den motorisierten Verkehr war praktisch kein Landerwerb erforderlich. Der Radweg ist rund drei Kilometer lang und durchgehend 2 m 50 cm breit ausgeführt. Die neue Anlage trennt den Veloverkehr vom motorisierten Verkehr und schafft zugleich eine sichere Fusswegverbindung.
Die Umgestaltung der Strasse wurde zudem für eine Klimaanpassungsmassnahme genutzt: Die Strassenentwässerung wurde auf ein Mulden-Rigolen-System umgestellt. Dadurch versickert der anfallende Niederschlag in einem Grünstreifen, wird gefiltert und verzögert abgeleitet. Dies verbessert das Regenwassermanagement, entlastet die Kanalisation und fördert die Grundwasserneubildung bei gleichzeitig reduziertem Flächenbedarf. Zudem unterstützt die Verdunstung über die Grasoberfläche das Mikroklima entlang der versiegelten Strasse.
Dieses Projekt hat Vorbildcharakter, da es fast ohne zusätzlichen Landverbrauch den Veloverkehr und die Klimaanpassung fördert.
Der Radweg ist von den anderen Fahrspuren durch einen Entwässerungs-Grünstreifen getrennt. (Foto: Tiefbauamt Kanton Zürich)
Der Radweg ist durchgehend 2 m 50 cm breit und dient auch als Fusswegverbindung. (Foto: Andreas Hotz)
Auch in Sihlbrugg-Station unterstützt ein geschützter Mittelbereich die Velofahrenden beim Queren. (Foto: Andreas Hotz)
Die Bedeutung des Projekts geht weit über den sanierten Strassenbelag hinaus. (Foto: Tiefbauamt Kanton Zürich)
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