Der Autobahnzubringer Kreuzbleiche durchschnitt bisher die wichtige Fuss- und Veloverkehrsverbindung zwischen den westlichen Stadtgebieten und dem Zentrum der Stadt St. Gallen. Entsprechend waren die Wartezeiten für den Fuss- und Veloverkehr an den Lichtsignalanlagen sehr hoch. Neu ermöglicht die gut in den Stadtraum integrierte und optimal beleuchtete Unterführung Beginenweg eine komfortable, sichere und direkte West-Ost-Verbindung für den Fuss- und Veloverkehr.
Die neue Fuss-Velo-Unterführung wird rege genutzt. (Foto: Stadt St. Gallen.)
Die Unterführung Beginenweg steht exemplarisch für die Herausforderungen und Lösungsansätze im urbanen Veloverkehr, insbesondere bei der Querung stark belasteter Hauptachsen. Im Zentrum steht dabei die St. Leonhard‑Strasse, eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt St. Gallen mit rund 24’300 Fahrzeugen pro Tag und der bedeutenden Funktion als Autobahnzubringer für den motorisierten Individualverkehr sowie Träger des öffentlichen Verkehrs. Diese hohe Belastung führt zu einer ausgeprägten Barrierewirkung zwischen den westlichen Stadtteilen und der Innenstadt. Die bisherige oberirdische Querung für diese wichtige Fuss- und Veloverbindung in West-Ost-Richtung ist durch lange Wartezeiten, mehrere Lichtsignalanlagen und eine wenig intuitive Führung geprägt. Insbesondere Wartezeiten von zum Teil über zwei Minuten reduzierten die Attraktivität des Fuss- und Veloverkehrs deutlich.
Der gewählte planerische Lösungsansatz für die Anbindung der westlichen Stadtteile an die Velovorzugsroute sowie den Zugang für Fussgängerinnen und Fussgänger zum Bahnhof St. Gallen setzt deshalb auf eine konsequente Entflechtung der Verkehrsströme durch eine niveaufreie Lösung. Damit wird der Zielkonflikt zwischen Leistungsfähigkeit der Hauptverkehrsachse für den motorisierten Verkehr und Qualität der Fuss- und Veloverbindung grundlegend aufgelöst.
Die Unterführung weist eine Breite von 5.50 m auf, welche eine baulich getrennte Führung des Fuss- und Veloverkehrs ermöglicht. Die Länge der Unterführung beträgt 130 m und hat eine Höhe von 2.80 m. Im Westen besteht eine klassische und im Osten, aufgrund der tiefer gelegenen Lagerstrasse, eine steigungsarme Rampe. Die Unterführung ist dank einem Lift auf der Westseite auch von Personen mit Mobilitätseinschränkung gut nutzbar.
Durch zwei grosse, runde Öffnungen gelangt Tageslicht in die Unterführung. Hinzu kommen Längsoblichter (langgestreckte, transparente Bauteile im Dach, die dazu dienen, das Tageslicht von oben in das Gebäudeinnere zu leiten) bei den Rampen sowie der Decken-Beleuchtung. So wird ein helles, übersichtliches Umfeld geschaffen, das die subjektive Sicherheit deutlich verbessert. Die Hauptachse des Fuss- und Veloverkehrs wird gestärkt und erhält an Knotenpunkten Vortritt gegenüber untergeordneten Verkehrsströmen.
Der Einsatz von Tageslicht sowie die Decken-Beleuchtung schafft ein helles, übersichtliches Umfeld. (Foto: Stadt St. Gallen)
Dank der im Westen leicht geschwungenen Form gelingt es, das Bauwerk optimal in das stadträumliche Umfeld zu integrieren. (Foto: Stadt St. Gallen)
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